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Offener Brief an die Senatorinnen und Senatoren der HTWK Leipzig

Publiziert: 23.01.2017

Offener Brief an die Senatorinnen und Senatoren der HTWK Leipzig

Sehr geehrte Senatorinnen und Senatoren,

mit dem Entwurf des Hochschulentwicklungsplans HTWK 2025 vom 21.12.16 wurde dem Senat von der Hochschulleitung ein Dokument zur Abstimmung vorgelegt, in dem die Auflösung der Fakultät IMN und eine Ausgliederung der Fachgruppen Chemie, Physik und Mathematik in eine Zentrale Einrichtung vorgeschlagen wird.

Mit diesen geplanten strukturellen Änderungen nimmt die Hochschulleitung den betroffenen Kollegen bewusst die Möglichkeit, ihre Wissenschaftsdisziplin in engem Bezug zu Kollegen verwandter Fachgebiete innerhalb einer Fakultät in Lehre und Forschung zu vertreten. Damit setzt man sich über den eindeutig erklärten Willen der Mitglieder der gesamten Fakultät IMN hinweg. Wir Mathematiker wollen nicht zu Wissenschaftlern zweiter Klasse degradiert, abgespalten und in ein Hochschulzentrum ausgelagert werden, sondern mit Informatikern und Naturwissenschaftlern weiterhin in einer gemeinsamen Fakultät verbleiben und dort unsere Kompetenzen für die Hochschule und ihre Mitglieder einbringen.

Wir sehen eine Separierung von Hochschullehrern in Zentralen Einrichtungen und losgelöst von den Fakultäten als nicht vereinbar mit dem SächsHSFG an. Die Hochschulorganisation muss die Wissenschaftsfreiheit und die Möglichkeit zur Mitwirkung in den Organen der Selbstverwaltung gewährleisten. Dies ist für Fakultäten als Grundeinheiten der sächsischen Hochschulen im SächsHSFG sorgfältig austariert.
Die Einrichtung von Studienangeboten im Bereich Wirtschaftsmathematik oder Computational Mathematics and Engineering (HEP, S. 37 oben) setzt zwingend eine Bindung der verantwortlichen Lehrenden an eine Fakultät voraus. Moderne mathematische Erkenntnisse im Kontext von wirtschaftlichen oder ingenieurwissenschaftlichen Aufgabenstellungen zu lehren, ist undenkbar ohne die entsprechende Verflechtung mit der Informatik.

Wir haben gegenüber dem Rektorat die Einrichtung eines Instituts nach §14 Abs. 4 der
Grundordnung an einer gemeinsamen Fakultät, in der auch die Informatik angesiedelt ist, vorgeschlagen. Auf der letzten Senatssitzung als eine von zwei Möglichkeiten explizit genannt, wurde diese Institutsvariante im Dezember ohne inhaltliche Auseinandersetzung beiseitegeschoben. Dabei eröffnet sich hier die Perspektive, sowohl die Grundlagenlehre in Mathematik und Naturwissenschaften in hoher Qualität weiter zu sichern und dabei die Beteiligung der Fakultäten durch einen Beirat zu gewährleisten, als auch durch die Fakultätsmitgliedschaft die Gestaltung von Studienangeboten und von Forschung zu ermöglichen.

Ein Hochschulentwicklungsplan muss in all seinen Aspekten eine überzeugende Vision für die Zukunft unserer Hochschule entwerfen. Angesichts der genannten Diskrepanzen lehnen viele Mitglieder der HTWK Leipzig – bei Weitem nicht nur aus der Fakultät IMN – die geplanten strukturellen Änderungen ab. Bitte bedenken Sie, bevor Sie dem vom Rektorat vorgelegten Entwurf zustimmen, ob Sie die Verantwortung für eine solche Entwicklung mittragen wollen. Wir können Sie nur bitten, sich für eine Ablehnung zu entscheiden.

Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen
Fachgruppe Mathematik

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