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Sperrvermerk oder Offenlegungsvermerk

Juristisch ist der Autor einer Graduierungsarbeit berechtigt, gegenüber der Ausbildungsinstitution einseitig und juristisch bindend zu verfügen, dass die eingereichten Exemplare der Graduierungsarbeit ausschließlich zu Prüfungszwecken genutzt werden dürfen. Dies berührt nicht sein Urheberrecht, da das sowieso bei selbständiger Anfertigung der Graduierungsarbeit per Urheberrechtsgesetz (UrhG) beim Autor liegt. Vielmehr darf durch einen Sperrvermerk die Graduierungsarbeit nur zu Prüfungszwecken genutzt werden und unterliegt danach dem Dienstgeheimnis, wozu Gutachter und Betreuer des staatlichen Hochschulwesens dienstrechtlich per Arbeitsvertrag verpflichtet sind. Auswärtige Gutachter können ggf. nur zivilrechtlich vom Autor zur Einhaltung des Sperrvermerks verpflichtet werden, falls keine entsprechende vertragliche Bindung über Praktikums- und Arbeitsverträge besteht.

Der Sinn des Sperrvermerks besteht darin, die Einhaltung der in anderen Verträgen des Autors eingegangenen Geheimhaltungsverpflichtungen zu wahren und evtl. Geschäftsideen oder patentrechtlich relevante Ideen vor der Offenlegung (zeitweilig) zu schützen.

Ein Sperrvermerk kann auch zeitlich befristet werden, wobei die Aufbewahrungsfrist von Prüfungsunterlagen gesetzlich 10 Jahre beträgt. Ein Sperrvermerk kann auch explizit auf Teile der Arbeit, die zu beschreiben wären, eingeschränkt werden. In der Tendenz drängen Hochschulen verstärkt auf zeitliche Befristung oder auf inhaltliche Einschränkung von Sperrvermerken auf Graduierungsarbeiten.

Alternativ kann die Graduierungsarbeit auch explizit durch Offenlegungsvermerk zum Allgemeingut unter Verweis auf einschlägige Rahmenbedingungen erklärt werden (Creative Commons License, Gnu Public License und andere Rechtsformen).

Eine Formulierung könnte z.B. sein:

 Sperrvermerk

Die vorliegende ...arbeit beinhaltet interne vertrauliche Informationen der Firma ... bzw. des Autors / patentrechtlich relevante Informationen. Sie darf nur von den Gutachtern und berechtigten Mitgliedern des Prüfungsausschusses eingesehen werden. Die Weitergabe des Inhaltes der Arbeit und eventuell beiliegender Zeichnungen und Daten im Gesamten oder in Teilen ist grundsätzlich untersagt. Es dürfen keinerlei Kopien oder Abschriften – auch in digitaler Form gefertigt werden. Ausnahmen bedürfen der vorherigen schriftlichen Genehmigung der Firma ... [Adresse, Verantwortlicher] oder des Autors ... [Adresse].

 

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Ort, Datum, Unterschrift

Verteidigungen
Masterverteidigung Alexander Twrdik Raum: Z417
Beginn: 26.09.17 - 14:00